Nachdem 1525 der letzte katholische Pfarrer gehen musste, blühte das katholische Leben nach 1777 allmählich wieder auf. Vorerst fand der Gottesdienst im Schloss von Zschepplin statt und wurde von den Gläubigen aus der Umgebung, auch von Eilenburg, besucht. Von Zeit zu Zeit wurde dieser sogar in der Nikolaikirche abgehalten. Am 28. September 1853 konnten die Eilenburger Katholiken aber ihre eigene Kirche in der Bernhardistraße einweihen, die es noch heute gibt.

Katholische Kirche
Katholische Kirche zu Eilenburg

Geschichte der katholischen Kirche

Katholische Kirche Eilenburg
Die Katholische Kirche in der Bernhardistraße wurde 1854 erbaut.

Bereits zwei Jahre zuvor, am 25. Mai 1851, bekam Eilenburg seinen eigenen Geistlichen, Missionar Arnold Krumme, der sich eifrig bemühte, die katholische Gemeinde zu festigen und zu stärken. Der Torgauer Missionar hielt das erste Hochamt in der Friedhofskapelle an der Torgauer Brücke ab. Der evangelische Chor setzte damals mit dem Singen mehrstimmiger lateinischer Lieder ein Zeichen des brüderlichen Entgegenkommens.
Von Juli bis September 1853 wurde dann die Kirche in der heutigen Bernhardistraße erbaut. Bereits am 28. September erschallte bei der Einweihung das erste Gloria in Excelsis Deo.
1855 schenkte Clemens von Mengersen der Kirche eine Glocke, welche von einem Leipziger Glockengießer gefertigt wurde und noch heute die Gläubigen zum Gottesdienst ruft.
1906 kam ein gotischer Altar mit einem Tabernakel hinzu. Kölner Muttergottesverehrerinnen schenkten der Kirche eine Statue der Mutter Gottes, die jedoch 1945 durch Granaten zertrümmert wurde. 43 Volltreffer in Kirche, Pfarrhaus und Pfarrgarten zerstörten alles.
Der Initiative der Gemeinde ist es zu danken, dass mit dem Wiederaufbau der Kirche bald begonnen werden konnte. Nach dreijährigem selbstlosen Schaffen wurde am 29. Mai 1949 das neue Gotteshaus durch den damaligen Probst und späteren Bischof von Berlin, Wilhelm Weskamm, geweiht.
Ein Kuriosum dieser Kirche ist, dass der Altar nicht wie üblich nach Osten zeigt, sondern nach Westen und der Turm im Osten steht.