Nachrichten aus Eilenburg

Radverkehr in Eilenburg soll verbessert werden

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Radverkehrsanalyse ist in vollem Gang

Der Radverkehr ist eine wichtige Thematik für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Eilenburg. Immer wieder wird dies im Stadt- und Ortschaftsrat sowie in Einwohnerversammlungen thematisiert. Bei den Diskussionen geht es um vorhandene Konfliktstellen, wie zum Beispiel die Strecke quer durch die Innenstadt.

Auch die Stadtverwaltung befasst sich fortwährend mit dem Thema Radverkehr. Erst kürzlich wurde zur Bearbeitung des Sachverhalts ein Mitarbeiter des Fachbereiches Bau und Stadtentwicklung als Radverkehrsverantwortlicher benannt.

Des Weiteren fand eine Auswertung der umgesetzten Maßnahmen aus dem Radverkehrskonzept aus dem Jahr 2008 statt. Bevor allerdings weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Radverkehrsinfrastruktur eingeleitet werden können, bedarf es einer Analyse des Bestands an Radwegen und der bestehenden Mängel. Die Ergebnisse dieser Untersuchung sollen in den geplanten Leitbildprozess einfließen und als Grundlage für eine mögliche Fortschreibung des Radverkehrskonzepts aus dem Jahr 2008 dienen.

Mit der Analyse wurde im Juni 2020 das Planungsbüro StadtLabor Leipzig beauftragt. Dieses erhält zur Bearbeitung umfangreiche Grundlagendaten von der Stadtverwaltung Eilenburg, damit sich die Arbeit des Büros auf die Identifizierung vorhandener Problemstellen und die Unterbreitung von Vorschlägen zur entsprechenden Beseitigung beziehungsweise Verbesserung in unterschiedlichen Varianten konzentrieren kann.

Dem beauftragten Büro wird unter anderem das bestehende Radwegenetz in digitaler Form zur Verfügung gestellt. Dazu werden die bestehenden Radverkehrsanlagen sehr detailliert im Geoinformationssystem der Stadt abgebildet. Um die Erfassung zu erleichtern, wird ein Großteil der Radwege und Straßen mit dem Fahrrad befahren und per Videokamera dokumentiert. Bislang sind etwa 75 Kilometer befahren und ca. 15 Kilometer reine Radverkehrsanlagen erfasst worden. Um eine Einschätzung zur Sicherheit für die Radfahrer im Mischverkehr (Einordnung in den fließenden Verkehr) zu bekommen, werden seit August 2020 umfangreiche Verkehrszählungen mittels Verkehrsstatistikgerät im gesamten Stadtgebiet durchgeführt.

Auch eine Zählung des Radverkehrs zwischen den Stadtteilen Ost und Mitte wurde Ende September 2020 durchgeführt. Dabei wurden über einen Zeitraum von 14 Stunden fast 1.600 Radfahrer gezählt. Im Frühjahr 2021 ist es geplant weitere Zählungen an ausgewählten Stellen durchzuführen.

Um einen Überblick über die jetzige Situation aus Sicht der Bürgerinnen und Bürger Eilenburgs zu erhalten und Hinweise zu Problemstellen zu bekommen, hat die Stadtverwaltung Eilenburg im Oktober letzten Jahres eine Umfrage zum Thema Radverkehr in Eilenburg durchgeführt. Die Teilnahme an der Umfrage war online, aber auch in Papierform möglich. Es konnten über 300 Online-Teilnehmer und rund 60 Teilnehmer in Papierform verzeichnet werden, wobei die Beteiligung der Altersgruppe der 31-50-jährigen am höchsten war.

Erste grobe Ergebnisse aus der Umfrage:

  • über 60 % der Befragten nutzen ihr Fahrrad täglich, mindestens jedoch einige Male pro Woche
  • über 70 % beurteilen ihr Sicherheitsempfinden als Radfahrer in Eilenburg als eher schlecht/ sehr schlecht, weniger als 20 % als sehr gut/ eher gut
  • 38 % bewerten den Zustand der Straßen und Wege als eher gut, fast 57 % empfinden ihn als eher schlecht/ sehr schlecht
  • bis zu 85 % halten mehr Radwege für sehr wichtig/ eher wichtig
  • Abgabe von 100 Kommentaren zu vorgegebenen Strecken
  • 300 Hinweise und konkrete Verbesserungsvorschläge zu bestimmten Stellen eingegangen
  • Eingang von 90 weiteren unterschiedlichen Kommentaren

Die Auswertung der Umfrage durch das Planungsbüro ist fast abgeschlossen und wird zeitnah u. a. auf der Homepage der Stadt Eilenburg veröffentlicht.

Des Weitere sollen die Ergebnisse des ADFC-Fahrradklima-Tests, welche vor kurzem veröffentlicht wurden, zusätzlich in die Analyse einfließen. Auch die nähere Betrachtung von Unfallhäufungsstellen sowie eine Auswertung der Verkehrsunfälle mit Beteiligung Radverkehr der vergangenen drei Jahre und die daraus gewonnenen Informationen sollen in die Bewertung aufgenommen werden.

Das Planungsbüro erarbeitet momentan Verbesserungsvorschläge für Problemstellen in der Bahnhofstraße, an der Marktplatzkreuzung, der Torgauer Straße, am Wurzener Platz sowie im Gabelweg.

Parallel zu der Analyse unterstützt die Stadtverwaltung Eilenburg derzeit auch die Arbeit an drei in Planung befindlichen überregionalen Radverkehrsanlagen, um die Anbindung des Umlands zu verbessern. Es handelt sich dabei um einen Radweg zwischen Sprotta und Eilenburg Ost (entlang der K 7421), einen Radweg zwischen Thallwitz und Eilenburg Ost (entlang der S 11), sowie einen Radweg zwischen Püchau und Wedelwitz (entlang der B 107). Alle drei Radwege sollen bis 2025 fertiggestellt sein. Außerdem wird im Rahmen des LEADER-Kooperationsprojektes „Vernetzte Mobilität Dübener Heide“ ein Radverkehrskonzept für die Eilenburger Ortsteile erstellt.

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