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Zwei Sieger beim Brunnen-Wettbewerb

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Stadtrat entscheidet im Oktober über die Realisierung

Am Freitag, den 03.09.2021 fand die Preisgerichtssitzung zum künstlerischen Wettbewerb „Brunnen am Dr.-Külz-Ring“ statt. Der Jury gehörten neben dem Oberbürgermeister, dem Museumsleiter und dem Vorsitzenden des Bauausschusses noch vier Künstler aus Leipzig, Halle und Chemnitz an. Insgesamt lagen dem Preisgericht acht Entwürfe zur Beurteilung vor. Zwei Einreichungen wurden schließlich als beste Arbeiten ausgezeichnet und jeweils mit dem 1. Platz prämiert. Ein weiterer Entwurf wurde als drittplatziert gewertet.

Den dritten Platz errang Karl-Heinz Richter aus Chemnitz, der für seine Statuen voluminöser Damen bekannt ist. Das Preisgericht lobte hier die lockere und augenzwinkernde Interpretation der Nymphensage. Die beiden Figuren der Nymphe und des Mädchens überzeugen durch ihre eigentümliche Mischung aus Anmut und Schlichtheit.

Einen der beiden ersten Plätze gewann Christiane Budig aus Halle (Saale). Dieser Entwurf zeichnet sich dadurch aus, dass hier sehr viele Elemente der Nymphensage abstrakt, aber nachvollziehbar dargestellt werden. Das Mädchen ist als Positivform physisch da, während die Nymphe als Negativform nur in ihren Umrissen und somit immateriell erscheint. Die Figuren besitzen Oberflächen aus gebürstetem Edelstahlblech, in das ornamenthafte Kräutermotive eingeschnitten sind. Das Wasser wird in unterschiedlichen Formen integriert, einmal als schwallende Quelle, einmal als sanft tröpfelnder Schleier des Nymphenhaars und schließlich als kleine Fontänen die dem Verlauf eines goldenen Bachlaufs folgen. Die klaren Linien der modernen Sageninterpretation werden einerseits positiv bewertet, andererseits wird die schematische Formensprache kritisiert. Die glatten Oberflächen aus Edelstahl und Messing neigen zudem dazu, bei Verschmutzung oder Beschädigung schnell unansehnlich zu werden. Die Ausschnitte der Kräuterornamente sind scharfkantig und können dazu verleiten Gegenstände, wie Zigarettenstummel oder Kaugummis, in die Öffnungen zu stecken.

Ebenfalls mit dem ersten Platz wurde Jana Mertens aus Leipzig ausgezeichnet. Der sehr ambitionierte künstlerische Ansatz, die robuste Ausführung und das partizipative Element bei der Gestaltung der Bodenplatte werden gelobt. Die das bewegte Wasser darstellenden patinierten Bronzeplastiken bestechen durch ihren Formenreichtum und eine zeitlose Gestaltung. Andererseits wirkt der Entwurf auf den ersten Blick abstrakt und transportiert den Sagenbezug nicht so offensichtlich. Die bläulichen Objekte lassen viel Raum für Interpretationen; aus Formen werden Figuren. Auch das echte Wasser wird in vielfältiger Weise in die Anlage integriert; es läuft, es sprudelt und es spritzt. Im Rahmen einer partizipativen Aktion von Eilenburger Bürgern und Kindern werden Kräuter und Blätter aus dem Wald geholt, deren Abdrücke dann in die Bodenplatte eingearbeitet werden. Die Sage wird so spielerisch nacherlebt und dadurch ein enger Bezug der Bürger zum Kunstwerk erzeugt. Die Anlage ist auch für Kinder spannend, denn sie lädt zum Verstecken spielen ein und die Plastiken fordern geradezu dazu auf, angefasst zu werden. Die Oberflächen sind unempfindlich und vandalismussicher, scharfe Kanten gibt es nicht.

In der Sitzung des Stadtrats am 04.10.2021 soll entschieden werden, welcher der drei Entwürfe zu Ausführung kommt. Der Brunnen wird dann nach Fertigstellung des Straßenbaus am Dr.-Külz-Ring voraussichtlich im Herbst 2022 die Sage von der Nymphe zum Leben erwecken.

 

 

 

 

 

 

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Brunnenwettbewerb
3. Platz: Karl-Heinz Richter aus Chemnitz
Brunnenwettbewerb
1. Platz: Christiane Budig aus Halle (Saale)
Brunnenwettbewerb
1. Platz: Jana Mertens aus Leipzig